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Leica Ferngläser: Alle Serien im Vergleich

Alle aktuellen Modelle des Wetzlarer Traditionsherstellers im unabhängigen Datenvergleich. Vom Taschenglas bis zum Jagdfernglas mit eingebautem Laserentfernungsmesser findest du das passende Fernglas für Naturbeobachtung, Jagd oder Reise, inklusive technischer Spezifikationen und tagesaktueller Preise.

Leica

42 Modelle 469 bis 3.510 €

Modelle je Optik-Klasse

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Das Unternehmen

Leica Camera sitzt im hessischen Wetzlar und kommt aus der Fernoptik und dem Mikroskopbau, bekannt geworden ist die Marke über den Umweg der Messsucherkamera. Bei den Ferngläsern ging 1958 das Trinovid in Serie, dessen Name für drei damals neue Ideen steht: ergonomische Bauform, echte Innenfokussierung und die dazu passende Optik. Das heutige Sortiment ist schmal und klar gestaffelt, mit dem Noctivid an der Spitze, dem Ultravid als breiter Premiumfamilie, dem Trinovid als robustem Allrounder und den Geovid-Jagdferngläsern, die den Laserentfernungsmesser gleich mitbringen. Wiederkehrend sind dabei zwei Leica-Namen: SCHOTT-HT-Glas in den Prismen und die abriebfeste HDC-Mehrschichtvergütung, die Leica selbst als High Durability Coating ausschreibt.

Stand der Angaben: 23. Oktober 2026

Die Serien im Überblick

Serie Modelle Vergrößerung Objektiv Gewicht Preis Einsatz
Noctivid 2 8–10× 42 mm 853–862 g 2.546–2.557 € Leicas Spitzenklasse für Natur und Vogelbeobachtung: stundenlang plastisch und kontrastreich
Noctivid Compact 4 8–10× 25 mm 354–379 g 810–978 € Premium-Taschenglas für Reise und Theater, faltet auf Jackentaschenformat
Ultravid 13 7–12× 20 / 25 / 32 / 42 / 50 mm 230–1040 g 625–2.606 € Leicas bewährter Premium-Allrounder für fast jeden Einsatz
Trinovid 6 8–10× 20 / 25 / 32 / 42 mm 235–730 g 469–1.099 € Robustes Leica für Reise und Gelände, mit abriebfester Vergütung
Geovid Max 1 10× 42 mm 1040 g – Leicas Spitzenmodell mit Entfernungsmesser: Ballistik, Trefferwahrscheinlichkeit und Navigation zum Anschuss
Geovid Pro 6 8–10× 32 / 42 / 56 mm 820–1195 g 2.199–3.510 € Jagdglas, das Entfernung, Winkel und Haltepunkt rechnet, mit Anschuss-Speicher
Geovid Pro SE 2 8–10× 42 mm 970–1000 g 2.500 € Vernetzter Entfernungsmesser für den Revieralltag, Laser bis 2.000 Meter
Geovid R 4 8–15× 42 / 56 mm 955–1260 g 1.593–2.070 € Der Alltagsmesser fürs Revier: Laser bis 1.800 Meter, Winkelkorrektur am Hang
Geovid R SE 4 8–15× 42 / 56 mm 955–1260 g 1.487–1.713 € Jagdglas mit reiner Entfernungsmessung bis 1.500 Meter, einhändig auszulösen

Noctivid

Hier hat Leica ein Jahrhundert Fernoptik gebündelt. Schott-HT-Glas in den Prismen und ein ausgeklügeltes Blendensystem gegen Streulicht erzeugen den Bildeindruck, den Leica selbst als beinahe dreidimensional beschreibt, dazu geben 19 Millimeter Augenabstand auch Brillenträgern das volle Sehfeld. Unter 42 Millimeter Öffnung geht die Reihe nicht, für Reise und Jackentasche ist sie zu groß. Wer stundenlang am Okular steht und bei gleicher Größe den Aufpreis gegenüber dem Ultravid einplant, nimmt das Noctivid.

4,2 / 5,0 Oberklasse

Noctivid Compact

Leicas jüngste Fernglaslinie, gedacht für alle, die ihr großes Glas sonst zu Hause lassen. Das Doppelgelenk faltet es auf Jackentaschenformat, und Leica verspricht dabei das Einblickverhalten eines Fullsize-Glases statt des engen Tunnels, den man von Kompaktferngläsern kennt. Mit 25 Millimetern Öffnung bleibt die Dämmerungsreserve klein, im Wald und nach Sonnenuntergang stößt es rasch an seine Grenze. Zu haben ist es gummiert für draußen und beledert mit dem Diamantmuster der Leica-Kameras, optisch nehmen sich die beiden Ausführungen nichts.

3,6 / 5,0 Oberklasse

Ultravid

Die Reihe, die für fast jeden Einsatz eine Größe bereithält, vom 8x20 für die Westentasche über die 42er bis zum 12x50 fürs weite Feld, dazu das 7x42 White Ocean fürs Boot. Hochtransmissionsglas in den Prismen und ein Blendensystem gegen Streulicht halten den Kontrast auch dann, wenn man gegen die tiefstehende Sonne beobachtet, und das Fokussierrad braucht für den gesamten Stellbereich nur 1,25 Umdrehungen, sodass der Sprung vom Nahbereich zum Horizont eine Handbewegung bleibt. Der Augenabstand schwankt über die Reihe hinweg zwischen gut 13 und 17 Millimetern, bei den 32ern und dem 12x50 wird es für Brillenträger knapp. Wer ein Kompaktglas sucht, vergleicht die 20er und 25er mit dem neueren Noctivid Compact, ab 32 Millimetern ist das Ultravid die naheliegende Wahl.

4,2 / 5,0 Oberklasse

Trinovid

Der Klassiker, der 1958 in Serie ging und der Marke bis heute den Allrounder stellt. Die HDC-Mehrschichtvergütung ist ausdrücklich auf Abriebfestigkeit ausgelegt und verzeiht deshalb, dass im Feld mit dem Hemdzipfel geputzt wird, und die Vollgummiarmierung fängt Stöße ab, bevor sie die Optik erreichen. Die Reihe teilt sich dabei in zwei Gruppen: Die HD-Modelle ab 32 Millimetern sind wasserdicht, die kleinen BCA-Taschengläser nennt Leica nur wassergeschützt. Wer ein robustes Leica für Reise und Gelände sucht, ohne in die Premiumreihen zu greifen, nimmt das Trinovid HD.

3,2 / 5,0 Mittelklasse

Geovid Max

Leicas Antwort für alle, die auf weite Distanz jagen und beim Schuss nichts dem Zufall überlassen wollen. Der Laser misst laut Leica auf spiegelnde Ziele bis etwa 7.500 Meter, bei Rehwild sind es rund 2.650 Meter. Ein Display, das sich per App einrichten lässt, zeigt Entfernung, Haltepunkt, Wind und sogar die Trefferwahrscheinlichkeit in Prozent. Das Glas rechnet mit Applied Ballistics Professional, spricht per Bluetooth mit Kestrel und Garmin, und Leica ProTrack hilft bei der Nachsuche. Mit gut einem Kilogramm liegt es schwerer in der Hand als das Geovid Pro, und bisher gibt es nur das 10x42. Wer das Maximum an Reichweite und Rechnung will, nimmt das Geovid Max, wer ein leichteres Glas mit bewährter Ballistik sucht, das Geovid Pro.

3,6 / 5,0 Oberklasse

Varianten ohne aktuelles Angebot

Geovid Pro

Ein Jagdglas, das Entfernung, Geländewinkel und Haltepunkt ausrechnet, ohne dass man das Auge vom Stück nehmen muss. Optisch arbeitet es mit Perger-Porro-Prismen statt mit Dachkant, ballistisch mit Applied Ballistics, und Leica ProTrack merkt sich die letzten fünf Messpunkte, damit sich der Anschuss später über die Karte wiederfinden lässt. Eingebaute Sensoren erfassen Luftdruck, Temperatur und Winkel, für die Windkorrektur muss zusätzlich ein Kestrel-Windmesser gekoppelt werden. Die AB+-Ausgabe hebt die ballistische Rechenreichweite von 800 auf 2.950 Meter, wer im Gebirge auf weite Distanzen jagt, zahlt dafür den Aufpreis.

3,6 / 5,0 Oberklasse

Geovid Pro SE

Die Geovid-Pro-Technik, beschränkt auf die beiden 42er und den Funktionsumfang, der im Revier täglich gebraucht wird. Optisch bleibt alles so, wie die Pro es vormacht, und der Laser liefert die Entfernung nach Leicas Angabe in drei Zehntelsekunden, also schnell genug, dass das Stück in der Zwischenzeit nicht weitergezogen ist. Der Laser reicht bis 2.000 Meter, und die 32er und 56er der Pro-Reihe gibt es in dieser Ausgabe nicht. Wer in die vernetzte Entfernungsmessung einsteigt und die Spitzenreichweite nicht braucht, nimmt die SE.

3,6 / 5,0 Oberklasse

Geovid R

Gebaut für den täglichen Einsatz im Revier, wo Verlässlichkeit vor Spitzenwerten geht. Statt der Perger-Porro-Prismen der Pro-Reihe sitzt hier ein modifiziertes Uppendahl-System mit HDC-Mehrschichtvergütung, und der Laser reicht bis 1.800 Meter und rechnet am Hang die winkelkorrigierte Distanz gleich mit, damit man vom Hochsitz aus nicht über das Stück hinweghält. Eine Ballistiksoftware mit eigenen Laborierungsprofilen fehlt, die Korrektur beschränkt sich auf den Geländewinkel. Wer Entfernung und Winkel wissen will, aber keinen Rechner am Gurt braucht, ist mit der R richtig.

2,5 / 5,0 Mittelklasse

Geovid R SE

Die Ausgabe für alle, die genau eine Zahl brauchen, nämlich die Entfernung. Vier Konfigurationen von 8x42 bis 15x56 decken Pirsch, Ansitz und das weite Feld ab, der Laser erfasst zwischen 10 und 1.500 Metern und lässt sich einhändig auslösen. Winkelkorrektur, Ballistik und App-Anbindung führt Leica für diese Reihe nicht auf, im steilen Gelände muss man den Haltepunkt selbst kennen. Wer ein Leica-Jagdglas mit Entfernungsmesser sucht und auf Elektronik darüber hinaus verzichtet, greift zur R SE.

2,5 / 5,0 Mittelklasse
Christian

Über den Autor

Christian

Moin, ich bin Christian — leidenschaftlicher Vogelbeobachter aus Norddeutschland und fasziniert von präziser Fernoptik. Auf Sichtvergleich.de verknüpfe ich mein Optik-Wissen mit meiner Freude an nutzerzentrierter Webentwicklung. Mich hat es immer gestört, Ferngläser online nur anhand von nackten Zahlen vergleichen zu können. Deshalb baue ich hier die Werkzeuge, die ich mir selbst bei der Auswahl immer gewünscht hätte.